28.11.2022

Es kommt etwas ins Rollen: Ein Dreirad für das tagewerk.vogelweide

Im Sommer sammelte das Architekturbüro „SKAI Siemer Kramer Architekten“, hier vertreten durch den Geschäftsführer Malte Kramer, auf ihrer traditionellen White Summer-Party wieder Spenden für Klient*innen der alsterdorf assistenz west. 3.870,- Euro kamen insgesamt zusammen. Dafür wurde nun ein E-Dreirad für das tagewerk.vogelweide angeschafft.

 

So ein Dreirad hat viele positive Effekte: Klient*innen können nicht nur eine neue Form von Mobilität erleben, sondern auch ihren Bewegungsradius deutlich erhöhen. Und damit zugleich natürlich auch ihre Teilhabemöglichkeiten in der Umgebung: Ausflüge, Einkäufe und auch Botengänge mit dem Dreirad sind so in einem größeren Radius umsetzbar. Ein großer, in das Rad integrierter Korb macht’s möglich.

 

Momentan wird das Fahren mit dem Rad täglich trainiert und Assistenzteamleitung Christopher Schmitz ist erstaunt, wie gut das Training klappt. „Es macht allen Klienten großen Spaß. Das Rad ist jetzt schon eine echte Bereicherung für das Tagewerk. Wir freuen uns auf den Sommer, wenn wir noch mehr mit dem Fahrrad unterwegs sein können. Wir haben viele Ideen, wie wir das Rad nutzen können“, resümiert Christopher Schmitz.

 

Wir bedanken uns bei Malte Kramer, der uns bereits seit mehreren Jahren unterstützt, für seine Spende und sein Engagement!  

 

Foto: Axel Nordmeier
Text: Melanie Nähring

10.11.2022

Eine Jurte für den Kinderbauernhof!

Schon seit mehreren Jahren arbeiten die Klient*innen des tagewerk.kirchdorf süd auf dem benachbarten Kinderbauernhof. Eine echte win-win-Situation: Für die Klient*innen bietet die Arbeit auf dem Hof nicht nur durch den Umgang mit Menschen und Tieren vielfältige Sinneserfahrungen, sondern vor allem können sie sich hier als Mitarbeiter*innen einbringen und erfahren. Für den Kinderbauernhof ist die ehrenamtliche und verbindliche Arbeit der Klient*innen auf der anderen Seite ein wichtiger Baustein zum Erhalt des ehrenamtlich betriebenen Hofs.

 

Mit der Unterstützung des Tagewerks wurden in der Vergangenheit schon der Toilettenraum sowie die Wege barrierefrei umgebaut und so auf dem Kinderbauernhof inklusive Strukturen für alle Besucher*innen des Kinderbauernhofs geschaffen. Was allerdings fehlte, war ein Aufenthaltsraum und ein Aufwärmraum für die Beschäftigungsgruppe des Tagewerks: Daher konnte die Gruppe immer nur am Vormittag auf dem Kinderbauernhof arbeiten, da es dort keine Möglichkeit gab, das Mittagessen einzunehmen. Nach dem Essen noch einmal auf den Hof zurückzukehren, war zeitlich nicht möglich. Es fehlte auch an Rückzugsmöglichkeiten: Der Kinderbauerhof ist sehr beliebt und bei über 100 Besucher*innen täglich kann es da manchmal ganz schön trubelig werden.

 

Es war klar: Um dieses beliebte Arbeitsangebot auch am Nachmittag anbieten und es für eine größere Gruppe öffnen zu können, musste ein eigener Raum her. Und so wurde nun eine durch Spenden finanzierte Jurte auf dem Kinderbauernhof gebaut: Der schöne Rundbau fügt sich sehr harmonisch in den gesamten Kinderbauernhof ein und bietet Raum für die gesamte Gruppe. Eine kleine Teeküche bietet die Möglichkeit, mal ein heißes Getränk zuzubereiten – wichtig gerade in der kalten Jahreszeit. Hier können die Beschäftigten ihr Mittagessen einnehmen oder einfach mal kurz zur Ruhe kommen.

 

Für das Tagewerk bedeutet die Jurte, dass sie nun perspektivisch weiteren Klient*innen das Angebot machen können, auf dem Kinderbauernhof mitzuhelfen – die Nachfrage ist groß! Und auch das Miteinander auf dem Bauernhof kann so nun noch mehr wachsen: Es kommt zu mehr Begegnungen und Austausch, Projekte wie das Anlegen von Hochbeeten werden von Besucher*innen und Beschäftigten gemeinsam realisiert.

 

Foto: Isa Bozic
Text: Melanie Nähring

20.9.2022

Bundesverdienstkreuz für Ines Helke!

Die feierliche Überreichung des Verdienstordens durch Bundesminister Hubertus Heil im Rahmen eines Festaktes im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

„Unsere Demokratie lebt davon, dass Menschen sie mit Leben füllen. Dafür braucht es Menschen, die sich für andere einsetzen“ – das ist die Begründung des Bundesminsteriums für Arbeit und Soziales für die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes. Und dieses Jahr haben sie einen solchen Menschen in der alsterdorf assistenz west gefunden: Ines Helke, Mitarbeiterin der alsterdorf assistenz west und Leiterin des inklusiven Gebärdenchors HandsUp, gehört zu den Preisträger*innen, die am 20.09.2022 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin das Bundesverdienstkreuz entgegennehmen durften.

 

In der Laudatio stellte der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, das langjährige Engagement vom Ines Helke für barrierefreie Kommunikation und Empowerment von Menschen mit Behinderung in den Fokus: Selbst hörbehindert, ist sie seit vielen Jahren in vielen verschiedenen Vereinen und Institutionen ehrenamtlich aktiv. So engagiert sie sich im Bund der Schwerhörigen e.V. in der Kinder- und Jugendgruppe für außerschulische Bildung und bietet auch Beratungen für Eltern hörbehinderter Kinder an. Auch im Fachausschuss Bildung der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten – Selbsthilfe und Fachverbände e.V. ist sie aktiv. 2020 wurde sie als ehrenamtliches Mitglied in den Landesbeirat zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung der Freien und Hansestadt Hamburg berufen.

 

2014 entstand im treffpunkt.altona der alsterdorf assistenz west aus einem Workshop der inklusive Gebärdenchor HandsUp: Unter der Leitung von Ines Helke „singen“ Menschen mit und ohne Behinderung zu bekannten Songs  mit ihren Händen und machen die Lieder mit ihrer Gebärdenpoesie so auch für Gehörlose erlebbar. Die Auftritte von HandsUp verbreiten Freude, Spaß und Begeisterung und reißen jedes Publikum, ob hörend oder gehörlos, mit. Das Publikum wird auch bei allen Auftritten in die Show miteinbezogen – und so auf lustvolle Weise eine Sensibilisierung für Gebärdensprache erzeugt. Jeder Auftritt ist gelebte Inklusion! Auftritte mit bekannten Stars sorgen weiterhin dafür, dass die Gebärdensprache auch in der breiten Bevölkerung stärker wahrgenommen wird.

 

Die alsterdorf assistenz west freut sich sehr über die Auszeichnung für Ines Helke und die damit verbundene Anerkennung ihres Engagements. Inklusion und Teilhabe für Menschen mit Behinderung ist zentrales Ziel und Anliegen des gesamten Unternehmens. „Es ist schön zu sehen, dass unser Gebärdenchor HandsUp einen so breiten Wirkungsradius erzielt. Denn wir sind überzeugt, dass eine inklusive Gesellschaft Spaß und Freude bedeutet“, so Geschäftsführerin Andrea Stonis.

 

Foto: Thomas Rafalzyk

Text: Melanie Nähring

27.8.2022

Viel los beim Lohseparkfest!

Ein Grund zum Feiern: Lohseparkfest pünktlich zum Jahrestag des Quartiers am Baakenhafen

 

Vor einem Jahr fand die Schlüsselübergabe statt und die ersten Assistenznehmer*innen zogen ein – es kam Leben in das neue Quartier am Baakenhafen. Das sich seither viel getan hat und die Assistenznehmer*innen gut im Quartier angekommen sind, zeigte sich auf dem Lohseparkfest am 27.08.2022 im Baakenhafen.

 

„Von Nachbarn für Nachbarn“ ist das Motto des Lohseparkfest. Da sind wir selbstverständlich mittendrin: Der Assistenzdienst am Baakenhafen beteiligte sich gemeinsam mit den Klienten*innen und in Kooperation mit dem ökumenischen Forum Hafencity mit einem bunten Stand am Fest. Neben vielen bunten kleinen Give aways und einem Gaukler gab es viele Möglichkeiten zur Begegnung und Vernetzung.

 

Im letzten Jahr sind 41 Klienten in ihre neuen Wohnungen im Quartier am Baakenhafen eingezogen und können hier mit der Ressource ihrer persönlichen Netzwerke und den sozialräumlichen Angeboten sowie unseren Assistenzleistungen  eigenständig ihr Leben gestalten.

 

Das Lohseparkfest hat gezeigt, wie sich das Viertel und der Sozialraum in den letzten Monaten durch die Vernetzung der Nachbarn entwickeln konnte. Die Klienten*innen nutzen die Möglichkeit, ihre neue Umgebung nach ihren persönlichen Interessen durch die Mitarbeit in verschiedenen Gremien des Netzwerks Hafencity mitzugestalten, intensiv und erfolgreich.

 

Foto: Tobias Fink

Text: Tobias Fink und Melanie Nähring

6.7.2022

Einführung des UK-Wortschatz – eine Sprache verbindet!

Sich ausdrücken können und verstanden werden, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wer sich nicht mit Worten verständigen kann, möchte trotzdem seine Gedanken und Bedürfnisse äußern und mit anderen Menschen in Kontakt treten und sein. Daher fordern die Behindertenrechtkonvention und das Bundesteilhabegesetz für jeden Menschen, der aufgrund von Krankheit oder Behinderung in seiner Kommunikation eingeschränkt ist, ein Recht auf Unterstützte Kommunikation (UK).

 

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die Evangelische Stiftung Alsterdorf 2019 gemeinsam mit allen UK-Ansprechpartner*innen aus den Tochtergesellschaften – auch aus der alsterdorf assistenz west – das UK-Projekt „Unterstützte Kommunikation – Teilhabe stärken“ ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, die sogenannten Übergänge zwischen Institutionen von Menschen mit UK-Bedarf zu erleichtern. Um das zu erreichen, arbeitet der Arbeitskreis des ESA-UK-Projekts an gemeinsamen Standards. Ein Teil dieses Projektes ist die Einführung eines ESA-weiten Standards zu Metacom-Symbolen und Gebärden der UK-Wortschatzes: 68 Symbole und Gebärden zu wichtigen Wörtern bilden nun unseren gemeinsamen Wortschatz. Durch diese Einheitlichkeit treffen UK-Nutzer*innen nun in der gesamten Evangelischen Stiftung auf die gleiche UK-Sprache – für die Nutzer*innen stellt diese „eine Sprache“ eine immense Erleichterung ihres Alltags und ein Abbau von Barrieren dar.

 

Eine Sprache verbindet! Das UK-Projektteam der alsterdorf assistenz west bilden Britta Siemssen, Fachbereichsleitung Dienstleistungsentwicklung, Pamela Heiser, UK-Projektleitung sowie Gesine Drewes, UK-Fachexpertin. Nun wurde im LKW der Startschuss zum Ausrollen des Standards in der alsterdorf assistenz west gegeben: Nach einer Einführung des von der ESA entwickelten Plakats zum UK-Wortschatz durch Britta Siemssen und Pamela Heiser ging es gleich mit einer praktischen Übung weiter. Denn: Nur wenn wir alle die Gebärden und Symbole des UK-Wortschatzes verinnerlichen und anwenden können, können sich UK-Nutzer*innen darauf verlassen - „Ich werde verstanden und ich kann mich äußern!“ Deswegen: Hängen Sie das Plakat überall dort auf, wo sich Menschen begegnen. Üben Sie die Gebärden mit Klient*innen und Kolleg*innen. Nutzen Sie Symbole und Gebärden in Ihrem Alltag. Es ist nicht notwendig, dass Sie alle Gebärden und Symbole jederzeit vor Augen haben, aber Sie sollten sie so verinnerlicht haben, dass sie die Gebärden und Symbole bei Bedarf schnell aktivieren und in den Alltag einbauen können. So ermöglichen Sie den Menschen mit Kommunikationseinschränkung einen Zugang zu Teilhabe.

 

Wie geht es weiter? In der alsterdorf assistenz west wird nun nach und nach der Wortschatz mit Hilfe der Plakate bekannt und nutzbar gemacht. Zunächst geschieht dies in Leitungskreisen der Bereiche und Regionen, die Assistenzteamleitungen werden befähigt, den Wortschatz und das Plakat an ihre Mitarbeiter*innen und auch an die Klient*innen weiter zu vermitteln. Alle Mitarbeitenden und alle Klient*innen sollen dafür ein eigenes Plakat erhalten. Weiteres Material wird dazu noch im Projekt der ESA entwickelt, dazu gehört ein Flyer in Leichter Sprache und Gebärdenvideos. Außerdem laufen in der alsterdorf assistenz west gerade Planungen zur Implementierung von UK in allen Angeboten. Haben Sie Fragen? Pamela Heiser und Gesine Drewes stehen Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung!

 

Wir freuen uns darauf, bald alle eine gemeinsame Sprache zu sprechen!

 

Text: Melanie Nähring

3.7.2022

alsterdorf assistenz west rockt die altonale!

Letzte Woche war viel los vor dem treffpunkt.altona, denn es war wieder altonale und der Treffpunkt sowie der Gebärdenchor HandsUp haben bei dem Festival der kulturellen Vielfalt gemeinsam mit Kooperationspartner*innen kräftig mitgemischt.

 

Bei „Altona macht auf“, dem traditionsreichen Spaziergang durch Altona, bei dem ganze Häuser und Straßen Teil der Stadtteilperformance sind, waren Vorder- und Rückseite des treffpunkt.altona wichtige Wegpunkte: Große und kleine Zuschauer*innen haben mit dem Gebärdenchor HandsUp einen Song gebärdet und die eine oder andere Gebärde ist sicherlich im Gedächtnis geblieben. Als dritte Station des Spaziergangs haben in Kooperation mit Leben mit Behinderung Hamburg Klient*innen „Tolle Worte“ vorgelesen. Die Autor*innen verzauberten das Publikum mit ihren selbstgeschriebenen Texten. Mal lustig, mal nachdenklich – alle hörten gespannt zu und waren sehr beeindruckt.

 

Und am Samstag gab es dann auch noch einen Nachbarschaftsflohmarkt vor dem treffpunkt.altona. Bei traumhaftem Wetter und guter Stimmung wurde verkauft, gehandelt und viel gemeinsam gelacht. Eine super Stimmung und alle wollen beim nächsten Mal wieder dabei sein.

 

Zu guter Letzt wurde es im August Lütgens Park mit Handsup noch einmal musikalisch: Wer sich für Gebärdensprache und Gebärdenpoesie begeistert, konnte mit dem Gebärdenchor ein Musikgebärdenpoesievideo zum Song „Auf das, was da noch kommt“ von Max Giesinger drehen.

 

Foto: Sarah Eichler, Margit Langenbacher

Text: Margit Langenbacher, Melanie Nähring

18.6.2022

Laufen für den guten Zweck in der Hafencity und um die Alster!

Wo laufen sie denn? Nicht auf dem grünen Rasen, sondern mitten durch Hamburg liefen Mitarbeiter:innen und Klient:innen in den letzten Wochen gleich zweimal und machten sich dabei stark für gute Zwecke!

 

Endlich wieder Hafencity Run! Nach der Corona-Pause startete der traditionsreiche Lauf mit neuer Strecke – und die alsterdorf assistenz west war mit dabei: Mitarbeiter:innen und Klient:innen liefen gemeinsam als eines von 300 Teams mit und bewiesen nicht nur viel sportlichen Ehrgeiz, sondern sorgten mit viel Teamspirit und bester Stimmung dafür, dass alle Teilnehmenden die nicht immer ganz barrierefreie Strecke mit Bravour meistern konnten. Bei schönstem Wetter ging es einmal quer durch die Hafencity und natürlich auch an unserem neuen Quartier im Baakenhafen vorbei. Insgesamt kamen bei dem Lauf 47.000 Euro zusammen, die gemeinnützigen Projekten in der Metropolregion Hamburg zugutekommen.

 

Einige Wochen zuvor, nämlich am 29.05., konnte man Mitarbeiter:innen der alsterdorf assistenz west in roten T-Shirts links herum um die Alster laufen sehen: Der „Lauf gegen Rechts“ wird einmal im Jahr vom FC St. Pauli organisiert und setzt ein sichtbares Zeichen gegen rechte Gewalt und Rechtspopulismus. Die Erlöse aus den Startgeldern gehen an das Hamburger Bündnis gegen Rechts sowie an weitere Flüchtlings- und antirassistische Initiativen in unserer Stadt. Dafür gaben unsere Läufer:innen alles!

 

Unser herzlicher Dank gilt allen Läuferinnen und Läufern für ihre engagierte Teilnahme. Wir sind stolz auf Sie!

 

Foto: Tobias Fink
Text: Melanie Nähring

12.6.2022

48h Wihelmsburg: Live-Musik am treffpunkt.pavillon

Vom 10. bis zum 12. Juni hieß es bereits zum 13. Mal: 48h-Wilhelmsburg! Der treffpunkt.pavillon war nicht nur wieder im Organisations-Team des Festivals dabei, sondern war diesmal auch Veranstaltungsort: Zwei Bands lockten am Sonntagnachmittag zeitweise mehrere hundert Menschen zum treffpunkt.pavillon.

 

Um 12.00 Uhr starteten Bakary zunächst mit einer Drum-Session, bevor Sie die umstehenden Zuschauer*innen einluden, an einem Workshop teilzunehmen und gemeinsam mit ihnen Musik zu machen. Zahlreiche Besucher:innen mit und ohne Behinderung nahmen das Angebot gerne an. Am Nachmittag sorgte die Band Toxikokenetik mit ihrem Akustik-Set für Begeisterung im zahlreichen Publikum. Zu den Besuchenden gesellten sich auch immer mehr Menschen mit Unterstützungsbedarf, die zum Teil von ihren Assistent*innen begleitet wurden, und sichtlich und hörbar viel Spaß hatten.

 

Wie schon bei vorherigen Veranstaltungen hat das Team vom treffpunkt.pavillon auch bei 48h wieder eng mit dem Café Gegenüber kooperiert. Das Café hat die Besucher:innen mit Kaffee und Getränken versorgt, während es im Treffpunkt von Klient:innen gebackenen Kuchen gab.

 

Neben der tollen Stimmung war es besonders schön, dass viele Besucher:innen die Gelegenheit dazu genutzt haben, sich über die Arbeit des treffpunkt.pavillon umfassend zu informieren. So konnten die Mitarbeiter:innen des Treffpunktes in zahlreichen Gesprächen viele Menschen von unseren Angeboten begeistern. Viele der Besucher:innen haben sofort begonnen, mögliche Kooperationen zu planen.

 

Bei so viel positivem Feedback kann das Fazit nur ebenfalls gut ausfallen: Obwohl die Vorbereitungen und die Umsetzung der Veranstaltung aufwendig waren, haben sich alle Mühen gelohnt. Ohne die Unterstützung einiger Klient*innen bei der Organisation wäre der Tag niemals so problemlos verlaufen: Sie halfen je nach Wunsch und Möglichkeit am Info-Stand, beim Aufbau oder bei der Bewirtung der Gäste. Der treffpunkt.pavillon freut sich schon auf das nächste 48h Wilhelmsburg!

 

treffpunkt.pavillion

 

Fotos: Yvonne Stick, Uli Jennißen
Text: Uli Jennißen, Melanie Nähring

9.6.2022

Inklusive Kinder- und Jugendarbeit

Die Neufassung des SGB VIII und insbesondere der § 11 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes machen es klar: Auch Kinder- und Jugendarbeit hat den Auftrag, ihre Angebote inklusiv, also zugänglich für junge Menschen mit Behinderung zu gestalten. Und auch die Neufassung der Hamburger Globalrichtlinien unterstreicht diesen Anspruch.

 

Aufgrund seiner besonderen Lage am Alsterdorfer Markt und der Trägerschaft durch die alsterdorf assistenz west ist unser Jugendhaus schon immer Vorreiter in diesem Bereich – und deswegen auch Mitglied in der Arbeitsgruppe „Inklusive Jugendarbeit“ der AG Evangelische Jugend- und Sozialarbeit (AG EJSA). Nun wurden auf einem Fachtag des Diakonischen Werk Hamburg die Arbeit und die Ergebnisse des Arbeitskreises präsentiert.

 

Nach der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojekt der HAW zum Thema Inklusion in der Jugendarbeit, stellte Jugendhaus-Mitarbeiter Daniel Kootz die schon seit mehreren Jahren gewachsene und gelebte inklusive Arbeit des Jugendhaus Alsterdorf vor. „Normalität ist beinahe das wichtigste Stichwort. In ihren Interessen unterscheiden sich nämlich Jugendliche mit Behinderung nicht von Jugendlichen ohne Behinderung. Was es zusätzlich braucht, sind Kommunikationshilfen und ein barrierefreier Zugang“, so brachte Daniel Kootz die zentrale Erfahrung aus den letzten Jahren auf den Punkt. Neben dem fachlichen Austausch mit multidisziplinären Kolleg*innen, zum Beispiel aus der Eingliederungshilfe, sind barrierefreie Zugänge und Freizeitangebote wie zum Beispiel Rampen, ein rollstuhlgerechter Kicker sowie die Nutzung von einfacher Sprache und Metacom-Symbole die eigentlichen Schlüssel zum Erfolg. „Auch eine intensive Elternarbeit und automatisch bei allen Angebotsplanungen Inklusion mitzudenken, ist von entscheidender Bedeutung“, so Kootz. Seine Ausführungen machen klar: Inklusive Jugendarbeit ist ressourcenintensiv – um eine solche Arbeit verlässlich und nachhaltig gestalten zu können, wird eine fundierte personelle und finanzielle Ausstattung benötigt. Das Jugendhaus der alsterdorf assistenz west wird weiter kontinuierlich an der Inklusion junger Menschen mit Behinderungen arbeiten und steht für fachlichen Ideenaustausch jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Foto: Jugendhaus

Text: Melanie Nähring

5.5.2022

Laut für eine barrierefreie Gesellschaft

In diesem Jahr feiert der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai sein 30. Jubiläum. Selbstverständlich, dass dieser Tag auch in der alsterdorf assistenz west dazu genutzt wurde, um auf Barrieren und fehlende Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Behinderung hinzuweisen.

 

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Rechte klaut!" Das war das Motto der inklusiven Fahrrad-Demo, die im Rahmen des Protestages am 6. Mai in Wilhelmsburg stattgefunden hat, organisiert vom treffpunkt.pavillon und dem Bereich Sport und Inklusion der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Im Vorfeld wurden die zum 5.Mai in Zusammenarbeit des HSB, Bündnis 5.Mai, Leben mit Behinderung & L.A.G. produzierten und von der Aktion Mensch geförderten Postkarten genutzt, um darauf genaue Forderungen zu formulieren. Auch bunte Plakate wurden im Vorfeld von den Klient*innen gestaltet.

 

Mit diesen Karten im Gepäck, ging es dann mit rund 35 Menschen mit und ohne Behinderung auf dem Fahrrad einmal quer durch Wilhelmsburg. Bevor die Postkarten an den Bürgermeister im Briefkasten landeten, wurden alle Forderungen bei einer Kundgebung von Klient*innen und Teilnehmenden vorgelesen - eine Gebärdendolmetscherin übersetzte das Ganze. Auch viele Menschen aus dem Viertel haben sich der Demo angeschlossen. Der Protest war laut und bunt, nicht zuletzt durch das Malen von Plakaten mit Besuchenden des treffpunkt im Vorfeld. „Was das wohl wird… habe ich am Anfang gedacht. Und als ich dann gesprochen habe, wollte ich mich erst wegdrehen. Ich hatte Angst, dass mir ein Patzer passiert. Aber dann war das super. Danach hab ich gedacht: Wow, gut gemacht“, so brachte es Teilnehmerin Sonja Scheel auf den Punkt.

 

Diese Aktion hat viel Empowerment gezeigt, doch mehr wäre noch besser: „Wenn wir beim nächsten Mal noch mehr Leute sind, alle zusammen, mit Rollis, zu Fuß und Fahrrädern, dann sind wir viele und erreichen noch mehr.“ „Das war schon gut. Aber das reicht nicht. Wir müssen das nochmal machen, damit alle sehen: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Jetzt tauen wir erst richtig auf. Wir machen das, bis wir was erreichen. Los, ich bin dabei!“, so das Resümee von zwei weiteren Teilnehmenden. Und daher steht schon jetzt fest: Das wird nicht die letzte Demo gewesen sein. Also schon einmal den 5.5.2023 vormerken!

 

treffpunkt.pavillion

 

Fotos: Cornelia Böhrs
Text: Melanie Nähring

25.4.2022

Der neue VogelRat geht an die Arbeit

Im tagewerk.vogelweide der alsterdorf assistenz west heißt die Selbstvertretung der Beschäftigten „VogelRat“. Am 25. April wurde das Gremium neu aufgestellt und von den Beschäftigten vor Ort im Amt begrüßt. Zur Feier des Tages gab es Blumen und Kaffee und Kuchen für alle. Die fünf Mitglieder und zwei Stellvertreter, die sich im VogelRat engagieren, werden von Lena-Marie Maßmann (tagewerk.vogelweide) und Julia Kranz (treffpunkt.dulsberg) begleitet.

 

Neben ein paar „alten Hasen“, die schon länger im VogelRat dabei sind, gibt es nun mit einigen neuen Gesichtern frischen Wind. Seit 2016 trifft sich diese Gruppe regelmäßig in einem Abstand von sechs Wochen. Es wird beispielsweise besprochen, wohin der Betriebsausflug gehen könnte, ob alle zufrieden sind, oder ob es Dinge im Tagewerk gibt, die verbessert werden könnten.

 

Wir wünschen viel Freude und gutes Gelingen!

 

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu unserem tagewerk.vogelweide.

 

Foto und Text: Julia Kranz

24.2.2022

Tröstende Engel für Angehörige im Asklepios Klinikum Harburg

Es ist ein schöner Auftrag für die Produktion von Kunsthandwerk im tagewerk. alsterpalette: Für den Palliativbereich des Asklepios Klinikums Harburg werden kleine Engel gefertigt.

 

Eine Sterbesituation ist ein sensibler und intimer Moment. Das Krankenhaus möchte für die Patienten und die Angehörigen einen Rahmen schaffen, der einen Abschied in Würde und außerhalb der Hektik des Alltags ermöglicht.

 

Sichtbarer Ausdruck für die besondere Situation im Krankenzimmer sind verschiedene schöne Gegenstände und Trost spendende Gedichte, die im Raum aufgestellt werden. Im Asklepios Klinikum Harburg wurde hierfür eine sogenannte „Abschieds-Box“ entwickelt. Inhalt sind unter anderem die kleinen Engel, mit deren Produktion das tagewerk.alsterpalette kürzlich beauftragt wurde.

 

Frau Delgas, Anleiterin im Bereich Kunsthandwerk des tagewerk.alsterpalette, entwickelte eine geeignete Gussform für die Engel und plante den Produktionsprozess. Es war ihr ein Anliegen, die Abläufe so zu gestalten, dass die Herstellung der Engel von den Klientinnen und Klienten selbstständig übernommen werden kann.

 

Die Engel werden in Silikonformen mit einer speziellen, schnell abbindenden Gipsart gegossen und anschließend sorgfältig geschliffen und lackiert. Die Engel sind hübsche kleine Objekte, die gern von den Angehörigen als Andenken mitgenommen werden.

 

Die Klientinnen und Klienten konnten nun die ersten 150 Engel übergeben. Das tagewerk.alsterpalette freut sich, wenn sich ein dauerhaftes Arbeitsangebot daraus entwickelt.

 

Asklepios Klinikum Harburg

tagewerk.alsterpalette

 

Foto: Melanie Nähring

Text: Christiane Morich

3.1.2022

Uwe Mletzko – willkommen in der alsterdorf assistenz west

Uwe Mletzko, neuer Direktor und Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, sammelt zurzeit erste Eindrücke in allen Gesellschaften. Toll, dass er sich im Januar die Zeit genommen hat, um die alsterdorf assistenz west kennenzulernen.

 

Geschäftsführerin Andrea Stonis begrüßte Herrn Mletzko am Montagmorgen herzlich und gemeinsam mit den Kolleg*innen des Leitungskreises ließ sie ihn gleich in unser breit aufgestelltes Dienstleistungsangebot eintauchen. Wie vielfältig die alsterdorf assistenz west ist, konnte Herr Mletzko sofort am Organisationsaufbau erkennen. „Für uns stellt sich nicht die Frage, ob ein Mensch mit hohem Unterstützungsbedarf auch Bürger*in sein kann, sondern wie das geht“ – das ist seit Jahrzehnten gelebte Überzeugung in unserem Unternehmen. Inklusion, Sozialraumorientierung und Personenzentrierung sind daher für uns selbstverständlich und sind die Triebfedern unseres Tuns.

 

Wie das in der Praxis gelebt wird und welche Schwierigkeiten es manchmal aus dem Weg zu räumen gilt, das konnte Herr Mletzko gleich im Anschluss direkt vor Ort mit Mitarbeiter*innen und Klient*innen diskutieren: Mit Andrea Stonis und Bereichsleiterin Simone Donner ging es auf einen Spaziergang zu den Angeboten der aawest in Altona Altstadt – und der stand ganz im Zeichen von Inklusion und Teilhabe. Erster Stopp war die Hausgemeinschaft Rothestraße. Wie gestaltet sich das nachbarschaftliche Zusammenleben in diesem quirligen Stadtteil Ottensen? Wie wird denn UK in den Alltag der Assistenznehmer*innen eingebunden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des lebhaften Austausches. Auch die Wohngemeinschaft für Jugendliche in der Großen Bergstraße, die stellvertretend für den großen Kinder- und Jugendbereich der alsterdorf assistenz west stand, ist fest verankert in dem lebendigen Quartier, in dem so viele Vernetzungsmöglichkeiten vorhanden sind und auch genutzt werden. Davon profitiert auch das tagewerk.große Bergstraße: Hier wird Bildung und Beschäftigung  gleich mehrfach vernetzt gestaltet, denn es bestehen nicht nur zahlreiche Kooperationen im Stadtteil, sondern auch mit dem treffpunkt.altona und der Freiwilligenagentur altonavi, die in den gleichen Räumlichkeiten angesiedelt sind.

 

An Tag 2 ging es mit dem Metrobus 13 einmal quer über die Elbinsel Wilhelmsburg. Hier sind alle Angebotsformen der aawest in einer Region vertreten – beste Voraussetzungen, um die Vielfalt der alsterdorf assistenz west kennenzulernen. Auch von dem Hamburger Schmuddelwetter ließ sich Herr Mletzko nicht abschrecken. Startpunkt war der Kinderbauernhof Kirchdorf: Hier hilft eine Arbeitsgruppe unseres tagewerk.kirchdof Süd bei der Pflege und Versorgung der Tiere. Spannend zu sehen: Wie selbstverständlich hier Unterstützte Kommunikation durch die Verwendung von Metacom-Symbolen in den Alltag des Kinderbauerhofs integriert ist und sich das Miteinander von Klient*innen und Kindern immer weiter entwickelt. Um Teilhabe drehte sich auch alles im nächsten Stopp. Der treffpunkt.pavillon denkt Sozialraum und unterstützt Teilhabe in alle Richtungen. Eine neue Veranstaltungsreihe „Internetcafé“ sorgt hier dafür, dass Menschen mit und ohne Behinderung auch digitale Teilhabe erleben. Zum Abschluss seiner Kennenlerntour durch die alsterdorf assistenz west konnte Herr Mletzko im neuen ambulanten Assistenzangebot Baakenhafen noch einmal erleben, welche Erfolge möglich sind, wenn Personenzentrierung und die modernen Methoden der Eingliederungshilfe, ressourcen­orientierte Assistenzplanung, technisch gestützte Assistenz und Unterstütze Kommunikation, gut ineinandergreifen.  

 

Wir freuen uns über den lebhaften und konstruktiven Austausch, der an diesen zwei intensiven Tagen zwischen Assistenznehmer*innen, Mitarbeiter*innen und Uwe Mletzko entstanden ist. Es waren spannende und wertvolle Tage, für die wir uns herzlich bedanken. Wir wünschen Herrn Mletzko weiterhin ein gutes Ankommen und Kennenlernen in der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. 

 

Text und Foto: Melanie Nähring

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