8.12.2021

Eins, zwei, drei: In der alsterdorf assistenz west wird geboostert

Alle guten Dinge sind drei! Die vierte Corona-Welle läuft auf die Hausgemeinschaften, Treffpunkte und Tagewerken der alsterdorf assistenz west zu. Und auch in den Betriebstätten von alsterarbeit ist wieder erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Um alle wirksam zu schützen, startet jetzt eine Booster-Aktion in den Hausgemeinschaften. Startpunkt ist in der Herrmann-Maul-Straße in Harburg.

 

Momentan steigen in ganz Deutschland die Infektionszahlen wieder. Die alsterdorf assistenz west ist gut vorbereitet und hat mit Hygiene- und Testkonzepten und dem 5-Stufen-Plan wirksame Schutzmaßnahmen entwickelt. Doch das beste Mittel im Kampf gegen die Pandemie ist die Booster-Impfung: Diese dritte Impfung frischt die Grundimmunisierung auf und sorgt so für einen guten Schutz gegen das Coronavirus. Daher haben alsterdorf assistenz west, alsterdorf assistenz ost und alsterarbeit mobile Aktionen organisiert, bei denen die Auffrischung direkt zu den Hausgemeinschaften, Treffpunkten und Standorten kommt.

 

Für die Impfaktionen konnte einen Arzt gewonnen werden, der schon als Mitglied eines mobilen Teams während der ersten Impfaktion im Frühjahr Klient*innen und Mitarbeiter*innen immunisiert hat. Geimpft wird in mehreren Touren. Los ging es in der alsterdorf assistenz west im Bereich Süderelbe: Morgens um 9.00 Uhr startete die Impfaktion in der Hausgemeinschaft Hermann-Maul-Straße, nacheinander wurden alle Häuser in der Region angefahren. Insgesamt wurden 168 Impfungen verabreicht – an Klient*innen und Mitarbeiter*innen, aber auch an Angehörige und gesetzliche Betreuer*innen.

 

„Das sind ganz schön viele Impfungen für einen Tag. Wir haben alles im Vorfeld sorgfältig organisiert, auf diese Weise hat alles gut geklappt“, erklärt Susanne Matiszik, Assistenzteamleitung. Alle nötigen Unterlagen lagen bereit, getrennte Ein- und Ausgänge für die Impfwilligen sowie gesonderte Wartebereiche an den einzelnen Standorten sorgten für hygienische Sicherheit bei der Aktion. Die nächste Booster-Tour startet dann kurz vor Weihnachten. Bei alsterarbeit wird in den ersten beiden Dezemberwochen geboostert. Beschäftigte, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Mitarbeitende sind erleichtert, dass es jetzt ganz schnell geht. 

 

„Wir boostern und das freut uns! Wir freuen uns, dass wir gemeinsam eine so zügige Lösung gefunden haben. So können wir alle gut geschützt in die Weihnachtszeit gehen“, so John Senf, Fachbereichsleitung Qualitätsmanagement. 

 

Text: Melanie Nähring
Foto: Susanne Matiszik

Musiker Henri Jakobs: Live auf der Bühne und im Netz

20.11.2021

Vielfältig, bunt, inklusiv – auch digital war "Kult für Alle" großartig!

Das Inklusionsfestival „Kult für Alle“, organisiert vom Verbund GIA (Gemeinsam in Altona), zu dem auch die alsterdorf assistenz west gehört, ist seit mehreren Jahren ein fester Bestandteil der Altonaer Kulturszene. Deswegen sollte es auch in diesem Jahr auf keinen Fall wegen der Pandemie ausfallen.

 

Und so wagten die Organisatorinnen und Organisatoren den Sprung ins World Wide Web: Am 20. November 2021 konnten alle Interessierten das bunte Programm des Festivals als Livestream verfolgen. Es gab ein tolles Musikprogramm, einen Ausstellungsrundgang und Mitmachaktionen.

 

Sarah Eichler, Koordinatorin vom treffpunkt.altona, die das Festival gemeinsam mit ihrem Team mit organisiert hat, war erleichtert, dass alles so gut gelaufen ist: „Es gab im Vorwege viel zu bedenken und vorzubereiten. Wir mussten sicherstellen, dass alles auf den Punkt klappt, das war schon eine echte Hausnummer.“

 

So haben alle von dieser Ausgabe profitieren können: Die Kulturinteressierten kamen auf ihre Kosten, die Künstler und Künstlerinnen hatten eine Bühne und das Organisationsteam hat ein neues Festivalformat gemeistert.

 

Gemeinsam mit Sarah Eichler führte alsterdorf assistenz west-Klientin Julia Fortes schwungvoll und kompetent durch die Live-Sendung. Sie waren nicht dabei? Hier können Sie im Nachhinein dabei sein: Aufzeichnung Kult für Alle.

 

Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe von Kult für Alle in zwei Jahren, am liebsten wieder mit allen gemeinsam vor Ort. Aber nur für den Fall: Wir können auch digital!

 

Foto: Sarah Eichler
Text: Christiane Morich

19.11.2021

Austausch der Deckenleuchten – ein Einsatz für Fachleute

Im ganzen Gebäude, also auch in unserer Geschäftsstelle, sollen die alten Leuchtstoffröhren gegen moderne LED-Leuchten ausgetauscht werden. Beschlossen wurde diese Modernisierung durch unseren Vermieter, die Hypo-Vereinsbank, selbst ansässig im gleichen Haus.

 

Wie häufig im Leben eine schöne Gelegenheit, das Nötige mit dem Nützlichen zu verbinden: Eine kürzliche Überprüfung der Lichtverhältnisse an den Büroarbeitsplätzen durch unsere Arbeitssicherheit ergab, dass hier und da die Lux-Zahl etwas angehoben werden könnte. Also lautete der Beschluss, nicht nur die vorhandenen Leuchtmittel durch LED auszutauschen, sondern bei der Gelegenheit zusätzliche neue Leuchtfelder einzurichten.

 

Renato Noffke, Kollege im tagewerk.machbar und im Ursprungsberuf Elektrikermeister, stellte sein Fachwissen zur Verfügung und eine Einsatzgruppe aus den Tagewerken Machbar und Jarrestadt auf die Beine. Gemeinsam setzen sie nun dieses Großprojekt nach und nach um.

 

Die mit diesen abwechslungsreichen Außeneinsätzen verbundene Qualifizierung im Elektrohandwerk macht den Beschäftigten des Tagewerkes großen Spaß, und sie sind mit Engagement dabei. Hubert Bytschinski lacht und meint: „Ich habe schon über viele Berufe etwas gelernt, jetzt kommt noch Elektriker dazu.“

 

Text und Foto: Christiane Morich

Die befüllte Zeitkapsel wird sicher verschraubt, bevor sie in den bereitstehenden Grundstein versenkt wird.

9.11.2021

Modernes, barrierefreies Wohnen: Baubeginn in der Heidlohstraße

In der Heidlohstraße im Stadtteil Schnelsen ist es vorbei mit der Ruhe: Nach der Grundsteinlegung am 9. November 2021 auf dem Grundstück der Ev Stiftung Alsterdorf rollen die Bagger. Denn hier entstehen 39 neue, barrierefreie Wohnungen gefördert durch die IFB.

 

Viele Jahrzehnte standen hier zwei Gebäude, die das Zuhause von 40 Menschen mit Behinderungen waren. Die Gebäude galten bei ihrer Entstehung als modern und waren immer gut in den Stadtteil integriert, entsprachen aber nun nicht mehr heutigen Standards und Anforderungen. Jetzt entsteht hier ein inklusives Projekt, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam leben.

 

Für die bisherigen Bewohner*innen wurde für die Bauzeit ein Übergangsquartier im Bezirk Eimsbüttel gefunden. Dort sind sie von der Nachbarschaft herzlich aufgenommen worden, freuen sich aber dennoch auf den Rückzug. Daher war die Grundsteinlegung auch für sie ein wichtiger Moment: Gespannt wurde das Befüllen der Zeitkapsel mit verschiedenen Zeitungen, Münzen und Bauplänen verfolgt. Die wichtige Aufgabe, die Grundstein mit der Zeitkapsel zu schließen, übernahm Thomas Bergelt, der auch in die neue Hausgemeinschaft Heidlohstraße einziehen wird.

 

Andrea Stonis, Geschäftsführerin der alsterdorf assistenz west, brachte es in ihrem Grußwort auf den Punkt: „Wir freuen uns über die heutige Grundsteinlegung. Damit wird ein lang gehegter Traum nun sichtbar Form und Gestalt annehmen.“

 

Wenn alles reibungslos läuft, wird der Bau Ende 2022 fertiggestellt. Dann können die Klient*innen aus dem Übergangsquartier wieder nach Schnelsen ziehen und gemeinsam mit ihren neuen Nachbar*innen auch im Stadtteil neue Impulse setzen.

 

Foto: Axel Nordmeier
Text: Melanie Nähring

22.9.2021

Die Bundestagswahl im Schuhkarton

Welche Parteien stellen sich zur Wahl?
Wie wollen die Parteien ihre Politik gestalten?
Was steht eigentlich genau in den Wahlprogrammen?
Wie funktioniert die Wahl? Was ist eine Koalition?

 

Seien Sie ehrlich, haben Sie schlüssige Antworten auf all diese guten Fragen?
Die Mitwirkenden im treffpunkt.ekenknick haben sich tief in die Themen Parteien und Bundestagswahl hineinbegeben. Sie hatten sich selbst die Aufgabe gestellt, einfach verständliche Antworten zusammenzutragen. „Anschaulich, informativ und spielerisch sollte es sein“, so Birgit Okken, Leiterin des treffpunkt.ekenknick. 

 

Entstanden ist die „Info-Box Bundestagswahl“, die Informationen in Leichter Sprache beinhaltet. Mit nachgebildeten Wahlzetteln kann eine geheime Abstimmung durchgeführt werden. Die Parteien, auch im echten Leben durch jeweils eine Farbe symbolisiert, werden durch Gummitiere dargestellt. Die bunte Mischung in der Tüte veranschaulicht die jeweils entstandene Koalition.

 

Wegen einer Änderung in der Gesetzgebung wird es für eine Gruppe von Menschen mit Behinderung das erste Mal sein, dass sie nun an einer Bundestagswahl teilnehmen können. Für sie ist eine Einführung in das Thema besonders wertvoll.

 

Den Hausgemeinschaften der alsterdorf assistenz west wurde jeweils eine Info-Box für die Klientinnen und Klienten zur Verfügung gestellt. Alle waren angetan von diesem originellen Informationsangebot und mit viel Spaß, aber auch dem nötigen Wissensdurst bei der Sache. 

 

Weitere „Info-Boxen“ zu anderen spannenden Themen sollen folgen.

 

Text und Foto: Christiane Morich

13.9.2021

Nutzen Sie die Aktionswoche zur Corona-Impfung!

Bei alsterdorf assistenz west liegt die Impfquote unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits bei stattlichen 70% – deutlich höher als im Bevölkerungsdurch-­
schnitt. Mit Hilfe eines Motivationsschreibens der Geschäftsführung soll nun noch eine Schippe mehr draufgelegt werden.

 

In dieser Woche finden deutschlandweit unkomplizierte Impfaktionen an ungewöhnlichen Orten statt: Ob im Altonaer Museum, in der Johanniskirche oder im Bethesda Krankenhaus in Bergedorf, um nur einige Beispiele aus Hamburg zu nennen. 

 

Unter www.hierwirdgeimpft.de sind alle relevanten Informationen übersichtlich zusammengefasst. Die Impfungen sind ohne Termin möglich, unter der zentralen Rufnummer 116 117 kann jedoch jederzeit ein Termin vereinbart werden. 

 

Mit diesem Aufruf wurde die Mitarbeiterschaft an die Vorteile einer Impfung erinnert: Sie dient dem Selbstschutz und dem Schutz anderer vor einem schweren Corona-Verlauf und möglichen Spätfolgen. Gleichzeitig wird das Risiko reduziert, das Corona-Virus auf andere zu übertragen. Dadurch werden auch Menschen geschützt, die sich selbst nicht impfen lassen können und Kinder unter 12 Jahren, für die es noch keinen Impfstoff gibt. 

 

Daher lautet das Motto:
Nehmen Sie die Gelegenheit wahr und lassen Sie sich impfen!
 

Text und Foto: Melanie Nähring

5.9.2021

Stadtteil-Festival „48 Stunden Wilhelmsburg“

Klient*innen vom treffpunkt.pavillon waren mit einem besonderen Angebot dabei.

 

Bereits seit zwölf Jahren ist das Festival „48 Stunden Wilhelmsburg“ eine feste Größe auf der Elbinsel. Nicht nur auf Bühnen oder Freigeländen wird musikalische Vielfalt geboten. Auch Geschäfte, Cafés und Restaurants können sich als Veranstaltungsort bewerben. 

 

In diesem Jahr gehörte der treffpunkt.pavillon von alsterdorf assistenz west zum Veranstaltungs-komitee. Ein besonderes Angebot auf dem Platz vor dem Treffpunkt ermöglichte Anwohner*innen und Passant*innen eine Erweiterung ihres Erfahrungshorizontes: Wie fühlt es sich an, im Alltag mit Barrieren konfrontiert zu sein? Welche Hürden stellen sich Menschen im Rollstuhlfahrer in den Weg? Was sind die Unwegbarkeiten für Menschen, die mit einem Blindenstock gehen?

 

Bei der Durchführung dieser Aktion standen die echten Expert*innen mit Rat und Tat zur Seite: die Klient*innen, deren tägliches Brot die erwähnten Barrieren sind. Durch ihre persönlichen Schilderungen und ihr Engagement bei dieser Veranstaltung konnten die Teilnehmer*innen für das Thema Barrieren im Alltag sensibilisiert werden. 

 

Rund um den treffpunkt.pavillon herrschte ein reges Treiben, und es wurde trotz des schweren Themas viel gelacht. Den Klient*innen hat ihre Rolle als Beratende sehr gut gefallen und die teilnehmenden Gäste konnten viel aus den gemachten Erfahrungen und den Gesprächen für sich mitnehmen. Eine echte Win-Win-Aktion. 

 

treffpunkt.pavillon

48 Stunden Wilhelmsburg

 

Text: Christiane Morich

Foto: Uli Jennißen

16.8.2021

Wie viele Kastanienbäume stehen auf dem Straßburger Platz? 

So lautete eine der Fragen, die die Teilnehmenden bei der Stadtteil-Rallye „Dulsberg to go“ beantworten sollten. Erdacht und ausgearbeitet hat diese spannende Aktion eine Kooperation aus dem Nachbarschaftstreff der Kirchengemeinde Dulsberg, dem Gemeindepsychiatrischen Dienst GPD-Nordost und unserem treffpunkt.dulsberg. 

 

Dulsberg ist ein lebendiger und bunter Stadtteil. Unser Treffpunkt in der Dithmarscher Straße ist Anlaufstelle für die Menschen aus der Nachbarschaft, wir bieten einen Raum für gemeinsame Aktivitäten und informieren zu sozialen Fragen.  

 

Es ist Sommer, und es ist Corona. Zwei gute Gründe, gemeinsame Aktivitäten an die frische Luft zu verlegen. Außerdem kommt man bei dieser Rallye durch den Stadtteil richtig in Bewegung, denn eine absolvierte Tour dauert immerhin eineinhalb Stunden – noch ein guter Grund. 

 

Dabei sein ist natürlich alles, aber als zusätzliche Motivation gab es am Ende der Strecke für alle Teilnehmenden einen kleinen Preis. Die größere Freude, da waren sich alle einig, war das tolle Gemeinschaftserlebnis. Und dass am Ende Kopf und Füße wussten, was sie geleistet haben.

 

Kennen Sie Dulsberg? Welche Tiere bewachen denn das Tor der Probsteier Straße 8a? 
Was, das wissen Sie nicht?

 

Text: Christiane Morich

Foto: Julia Kranz

14.7.2021

Statten unterhaltsame Besuche ab: Musiker des Projektes Klangvisite 

Dicke Wolken hingen am Himmel – aber Gott sei Dank, es blieb trocken. Die Luft war schwül und schwer wie in New Orleans. Dazu passte das musikalische Programm, das Musikerin Conny am Altsaxophon und ihr Kollege Linus am Baritonsaxophon mitgebracht haben: Jazzige Klassiker vom Song des Affenkönigs aus dem Dschungelbuch bis zu Summertime von Gershwin.

 

Unter Bäumen auf der Grünfläche der benachbarten Kreuzkirche waren Bänke und Stühle aufgestellt. So ließ es sich entspannt lauschen, mitwippen und klatschen. Zwei Musikbegeisterte hielt es nicht auf den Sitzen, sie tanzten und gaben den Dirigenten für das Duo.

 

Die Klangvisite ist nur eines der vielen Projekte des Vereins Clubkinder e.V. Dort engagieren sich über 1.000 Mitglieder ehrenamtlich in allen Bereichen des Hamburger Stadtlebens. Mit der Klangvisite sorgt der Verein seit April 2020 mit kurzen Konzerten für ein kleines Publikum für Abwechslung im Corona-Alltag. Conny und Linus freuen sich, dass es nach der langen Durststrecke so langsam auch wieder mit regulären Auftritten losgeht. 

 

Dies war der zweite Besuch der Klangvisite im tagewerk.vogelweide. Das letzte Mal war ein Singer-Songwriter zu Gast. Er wohnt gegenüber und lauschte dem Konzert seiner Kollegen von seinem Balkon aus.

 

tagewerk.vogelweide
Clubkinder e.V.

 

Text: Christiane Morich

Foto: Babette Brandenburg

17.6.2021

Selbstständig wohnen mit toller Aussicht 

Wahid Baghizadeh gehört zu den ersten, die in eine Wohnung im neu entstehenden „Quartier der Generationen“ im Baakenhafen in der Hafen-City einziehen werden. alsterdorf assistenz west bietet dort Wohnungen, in denen Menschen mit einem hohen Assistenzbedarf unabhängig und selbstbestimmt leben können. 

 

Denn: Anders als bei vielen anderen Bauprojekten, wurde das Projektteam von alsterdorf assistenz west schon in der Phase der Bauplanung mit einbezogen. So konnte in einem Teil der Wohnungen die baulichen Voraussetzungen für technische und digitale Alltagsunterstützung geschaffen werden. Welche individuellen Hilfsmittel die Bewohner*innen einbauen lassen, bestimmen sie selbst. 

 

So wird der Baakenhafen auch für Wahid Baghizadeh zum Sprungbrett in die Selbstständigkeit: Sein bisheriges Leben hat Wahid Baghizadeh mit seiner Mutter verbracht. Die beiden sind ein eingespieltes Team, aber für den Dreißigjährigen ist die Aussicht auf mehr Eigenständigkeit ein großer Ansporn. Danach gefragt, worauf er sich am meisten freut, kommt die spontane Antwort: „Auf alles! – Aber ich bin auch traurig, weil sich so viel verändert, und ich weiß nicht genau, wie es wird.“

 

Vom Balkon seiner neuen Wohnung kann er die Elbe sehen. „Das habe ich mir gewünscht“, erzählt Wahid Baghizadeh begeistert. „Meinen Balkon möchte ich schön bepflanzt haben.“ Das Viertel rund um den Baakenhafen hat er schon etwas erkundet. „Gleich unten im Haus gibt es einen Supermarkt“, freut er sich, und auch darüber, dass er mit seinem E-Rolli überall hinkommt.

 

Wir durften ihn und seine Mutter zu Hause besuchen, in einem ruhigen Hamburger Stadtteil. Dazu meint Wahid Baghizadeh: „Ich freue mich sehr auf mehr Leben in der Hafen-City. Im Moment wohne ich sehr ruhig, zu ruhig für meinen Geschmack.“ 

 

Familie Baghizadeh stammt ursprünglich aus Afghanistan und ist über die Welt verteilt. Das bedeutet aber nicht, dass man sich aus den Augen verloren hat. Wahid hat bereits Verwandte in Kanada besucht und unterhält viele Kontakte über die App Imo. Mit dem Smartphone oder dem Tablet umzugehen, ist kein Problem für ihn. „Ich mag Technik und wünsche mir, dass in meiner Wohnung meine Geräte oder die Türen und Fenster mittels Sprachsteuerung oder Touch-Screen bedient werden können“, sagt er.

 

Der Einzug ist für Anfang September geplant. Wir haben uns schonmal auf ein Wiedersehen verabredet, wenn er sich in seiner neuen Wohnung eingelebt hat. Dann hören wir, wie sich das Leben in der eigenen Wohnung anfühlt. 

 

Wohnangebote im Baakenhafen

 

Text und Foto: Christiane Morich

7.6.2021

Ärmel hoch, losgelegt, Musik gemacht!

Immer mittwochs wird es laut und fröhlich in der Hausgemeinschaft Grundstraße. Denn dann wird kräftig auf die Bongo gehauen, mit der Handtrommel geschlagen oder der Schellenstab geschwungen. „Schuld“ an dem musikalischen Erlebnis haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens NXP, das ganz in der Nähe der Hausgemeinschaft seinen Firmensitz hat. Denn die haben auf ihrer Weihnachtsfeier Geld gesammelt, mit dem sie gerne in ein Projekt in der Nachbarschaft unterstützen wollten.

 

Die Wahl fiel auf die Hausgemeinschaft Grundstraße. Hier sollte die Spende helfen, das Alltagsleben trotz Pandemie bunt zu gestalten. So kommt nun einmal in der Woche ein Musiktherapeut ins Haus, um mit allen interessierten Klient*innen so richtig schön laut zu werden. Und das mit hörbarer Freude und Begeisterung. 

 

Wenn „Nachts auf der Reeperbahn“ durch die Wohnung hallt ist klar – das gemeinsame Musizieren ist ein fester Bestandteil der Hausgemeinschaft geworden. Schon werden Hausmusik-Abende geplant.

 

Wir danken dem Unternehmen NXP und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich für ihre Spende.

 

NXP Deutschland

 

Text und Foto: Melanie Nähring

1.6.2021

Läuft bei uns: Rote Shirts gegen Rechts

Wer Glück hatte, konnte sie auch in diesem Jahr für die gute Sache laufen sehen. Individuell und ohne Bindung an einen Termin oder eine bestimmte Strecke liefen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in roten alsterdorf assistenz west-Shirts gegen rechte Gewalt und gegen Rechtspopulismus im allgemeinen. So konnten sie auch unter dem Abstandsgebot in Zeiten von Corona ein gemeinsames politisches Zeichen setzen.

 

Der „Lauf gegen Rechts“ wird jährlich vom FC St. Pauli ausgerufen. Die Erlöse aus den Startgeldern gehen an das Hamburger Bündnis gegen Rechts sowie weitere Flüchtlings- und antirassistische Initiativen in unserer Stadt.

 

Unser herzlicher Dank gilt allen Läuferinnen und Läufern für ihre engagierte Teilnahme.
Wir sind stolz auf Sie!

 

Text und Fotocollage: Christiane Morich

28.5.2021

Sicherheit in großen Mengen

Gleich von zwei Seiten haben wir großzügige Spenden an FFP2-Masken erhalten.

 

In unserer Geschäftsstelle stapeln sich 37 große Kartons mit jeweils 5.000 FFP2-Masken! Das sind insgesamt 185.000 Stück. Diese umfangreiche Spende kommt vom Bund, quasi von oberster Regierungsstelle. Zuvor waren wir gebeten worden, zu überschlagen, wie viele Masken wir wohl an unseren Standorten für die nächsten zwei Monate gebrauchen würden. Diese erstaunliche Größenordnung war dabei herausgekommen.

 

Die noch raumgreifendere Spende kommt von unserer Hansestadt Hamburg: 200 Kartons auf 23 Paletten in vier LKW-Ladungen, geliefert bis Bordsteinkante. Ob wir die haben möchten? Natürlich! Aber wohin damit, das war die große Frage. Regina Schröder, Fachbereichsleitung Eingliederungshilfe und Pflege, hatte da eine Idee – und Thomas Pridöhl, Assistenzteamleiter des tagewerk.alsterpalette, war sofort mit von der Partie.

 

Dann hieß es Ärmel hochkrempeln. Dieses Mal nicht für die Impfung, sondern für anstrengende körperliche Arbeit: 200 Kartons von der Straße bis zum flugs organisierten Lagerraum verbringen. Durch die Vermittlung von Thomas Pridöhl konnte der Vermieter vom tagewerk.alsterpalette dafür gewonnen werden, weitere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Herzlichen Dank dafür!

 

Von dort aus übernimmt nun die Kaminholz-Gruppe die Weiterverteilung der Masken in unsere Hamburger Bereiche. FFP2-Masken anstelle von Holzscheiten – kein Problem, wenn man flexibel ist.

 

Text: Christiane Morich

Foto: Thomas Pridöhl

19.5.2021

Mission Testsicherheit: Professionelle Schulung für Corona-Schnelltester*innen

Als die behördlichen Anforderungen eine regelmäßige Testung der Mitarbeitenden in Einrichtungen der Eingliederungshilfe vorsahen, waren sich die Verantwortlichen bei alsterdorf assistenz west gleich einig, dass es eine kompetente und persönliche Schulung für unsere Corona-Schnelltester*innen geben soll.

 

Was für ein Glücksfall: Wir konnten Herrn Dr. Henner Redelstorff, Kinderarzt im Ruhestand, in dieser Mission für uns gewinnen. Das war bereits im Herbst 2020. Seit dem hat Dr. Redelstorff so viele Schulungen durchgeführt, dass über Multiplikatoren mittlerweile rund 100 Personen aus der Mitarbeiterschaft von alsterdorf assistenz west in den medizinisch korrekten Umgang mit den PoC-Corona-Schnelltests eingewiesen sind. Seine Zeit und sein Wissen stellte Henner Redelstorff ehrenamtlich zur Verfügung: „Das ist eine Selbstverständlichkeit für mich. So trage ich meinen Teil im Umgang mit der Corona-Krise bei“, sagt er.

 

Es entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit zwischen Herrn Dr. Redelstorff, Regina Schröder (Fachbereichsleitung Eingliederungshilfe und Pflege), Thomas Miorin und Verena Bartl (Pflegeberatung) sowie John Senf (Fachbereichsleitung Qualitätsmanagement). So konnte die entwickelte Teststrategie reibungslos umgesetzt werden. Nach einem kurzen Testlauf im Dezember startete alsterdorf assistenz west im Januar an sieben Standorten mit den routinemäßigen Testungen.  

 

„Wir sind mit den Anforderungen gewachsen und haben sie in unsere Arbeitsabläufe integriert“, berichtet Thomas Miorin. John Senf und Regina Schröder sprachen ein Lob an alle Tester*innen aus: „Wir können stolz sein auf unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sofort bereit waren, diese verantwortungsvolle Aufgabe anzunehmen. Nochmals ein herzliches Dankeschön dafür!“

 

Mittlerweile beläuft sich die Zahl der durchgeführten Testungen auf etwa 15.000.
Alle Achtung!

 

Text und Foto: Christiane Morich

5.5.2021

Mission Inklusion: Treffpunkte und Wohnhäuser mit dabei

Der 5. Mai ist der offizielle europaweite Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Die Mission lautet, Menschen mit Behinderung und ihre Wünsche und Bedürfnisse an die Umwelt in den Fokus der Aufmerksamkeit zu bringen.

 

In diesem Jahr wurden Banner an Wohnhäusern, Treffpunkten und Tagewerken ausgehängt. Das blieb nicht ohne Echo in den Nachbarschaften. Sarah Eichler vom Treffpunkt in Altona war angetan davon: „Menschen aus dem Quartier und Passanten sind stehengeblieben und zeigten sich interessiert. Das war eine gute Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Gerade an diesem besonderen Tag möchten wir sichtbar sein.“

 

Solche Aktionstage sind wichtig, aber gerade unsere Treffpunkte sind das ganze Jahr über auf der Mission, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, Barrieren abzubauen und die Vernetzung im Stadtteil zu fördern.

 

alsterdorf assistenz west unterhält acht Treffpunkte im Hamburger Westen und in Wilhelmsburg. Kommen Sie vorbei, wir informieren Sie gern über unsere Angebote. Wir freuen uns auf Sie!

 

Treffpunkte bei alsterdorf assistenz west
Informationen zum internationalen Aktions- und Protesttag 5. Mai

 

Text und Foto: Melanie Nähring

30.4.2021

Wir wollen mal wieder zusammen kochen! Warum nicht digital?

Gesagt – getan! Und es wurde ein voller Erfolg: kommunikativ und lecker.

 

Das Projekt wurde in Kooperation der Special Olympics Hamburg und Schleswig-Holstein entwickelt und dann gemeinsam die in die Tat umgesetzt. Yvonne Stick, Assistenzteamleiterin des treffpunkt.pavillon der alterdorf assistenz west war gleich mit Begeisterung dabei: „Es ist großartig, Menschen trotz Corona zum gemeinsamen Kochen und Essen zusammenzubringen. Einzelpersonen und ganze Wohngruppen von Wilhelmsburg bis nach Bayern waren zugeschaltet. Und mit Assistenz vor Ort war die digitale Hürde gut zu nehmen.“

 

Es gab Zucchini-Puffer und einen Rucola-Tomaten-Salat. Jeder Schritt der Zubereitung wurde von Margarete Nowag gezeigt und zu den Teilnehmenden auf ihren Laptop oder das Smartphone übertragen. Zwischenfragen konnten gestellt werden, und kleine Unterhaltungen waren ausdrücklich erwünscht. Übertragen wurde übrigens aus der Küche im tagewerk.elbinsel in Wilhelmsburg.

 

Nach dem Schnippeln, Rühren und Braten folgte dann das gemeinsame Essen. Die Teilnehmenden waren sich einig: Es hat viel Spaß gemacht! Und alle haben etwas dazugelernt, über gesundes Kochen und digitale Kommunikation.

 

Frau Nowag bietet übrigens digitale Gesundheitskurse über die Erwachsenenbildung Hamburg an. Diese Kurse werden von den Krankenkassen gefördert. Außerdem hat Frau Nowag ein Kochbuch in Leichter Sprache geschrieben, es heißt „Gesund gekocht“.

 

Weil es so nett war, soll es weitere digitale Kochabende geben. Sie richten sich an Menschen mit und ohne Behinderung. Sind Sie beim nächsten Mal dabei?

Der Termin steht schon fest: Es ist der 17. Juni 2021 um 17.30 Uhr.

Sie sind herzlich willkommen!

 

Special Olympics Hamburg
Digitale Ernährungskurse mit Margarete Nowag
Bildungshaus Hamburg / Kochbuch in Leichter Sprache

 

Text: Christiane Morich

Foto: Yvonne Stick

26.4.2021

Corona-Impfaktion – Wir sind dabei.

In den Hausgemeinschaften und Tagewerken der alsterdorf assistenz west  sind die Erst-Impfungen abgeschlossen.

 

Hamburg impft – und auch in der alsterdorf assistenz west ist die Impfaktion gut gestartet und die Erstimpfung bereits abgeschlossen. Los ging es zunächst in den Hausgemeinschaften, alle Standorte wurden sukzessive von den mobilen Impfteams des DRK angefahren. Letzte Woche wurden die letzten Beschäftigten und Mitarbeiter*innen in den Tagewerken geimpft.

 

Schnell hat sich gezeigt: Die umfassenden Vorbereitungen ließen die Impfaktionen vor Ort ruhig und strukturiert ablaufen. Alle wichtigen Fragen wurden im Vorfeld geklärt – dabei half auch Informationsmaterial in Leichter Sprache. Und auch vor Ort sorgte eine gute Organisation für einen reibungslosen Ablauf: So richteten zum Beispiel manche Hausgemeinschaften ein Frühstücksangebot rund um die Impfaktion ein – natürlich unter Beachtung aller geltenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

 

Auf diese Weise konnte das mobile Impfteam in einer entspannten Atmosphäre die anstehenden Impfungen schnell und konzentriert durchführen. Auch die 15 Minuten, die jede*r nach der Injektion überwacht werden muss, waren so überhaupt kein Problem.

 

Arne Hauschild ist Klient bei alsterdorf assistenz west, und er hat seine erste Impfung bereits vor einer Weile erhalten. „Seid vorsichtig und lasst euch impfen“, ist seine Empfehlung und er macht Mut: „Meine Impfung habe ich so sanft bekommen, ich habe gar nichts gemerkt.“

 

Die Freude über den gemeinsamen Gesundheitsschutz ist groß. Wir bedanken uns bei allen Assistent*innen und Leitungen für die gute Vorbereitung der Klient*innen, ihrer Angehörigen und  gesetzlichen Betreuer*innen sowie für die sorgfältige Planung der Durchführung!

 

Text: Melanie Nähring

Foto: Christiane Morich

30.3.2021

Osterwerkstatt im tagewerk.osdorf

Schon Mitte letzten Jahres fiel im tagewerk.osdorf der Startschuss für die Produktion von Osterartikeln für Ostern 2021. Es wurde nach passenden Gestaltungsmöglichkeiten für Eier & Co gesucht, die einzelnen Arbeitsschritte definiert und nach den richtigen Hilfsmitteln gesucht.

 

Das Ergebnis der ausführlichen Vorarbeit kann sich sehen lassen: Pünktlich zur Osterzeit stehen zahlreiche marmorierte Eier und Kerzen zum Verkauf bereit. Bei der Auswahl der Farbkombinationen wurde selbstverständlich darauf geachtet, dass die Farben gut zur Osterzeit passen – da leuchten gelb und orange mit frischem Grün und fröhlichem Pink um die Wette. Mit bunten Federn geschmückt und mit edlem Satinbändchen zum Aufhängen sind die bunten Eier ein echter Hingucker.

 

Der Verkauf läuft über das Tagewerk, Aushänge weisen überall auf das Angebot hin. Außerdem wurde das Schaufenster der zum tagewerk.osdorf gehörenden Spielzeugwerkstatt entsprechend gestaltet, bunt und fröhlich verbreiten hier die farbenfrohen Eier und Kerzen gute Laune. So kann Ostern kommen!

 

Text und Foto: Melanie Nähring

17.3.2021

Künstler für Künstler: Kabarettist Horst Schroth spendet an HandsUp

Der inklusive Gebärdenchor HandsUp von alsterdorf assistenz west, beeindruckt viele: Seit fast zehn Jahren übersetzt der außergewöhnliche Chor bekannte Lieder in Gebärdenpoesie und stand schon mit Stars wie Helene Fischer und Stefan Gwildis gemeinsam auf der Bühne.

 

Jetzt gehört auch Kabarettist Horst Schroth zur Fangemeinschaft: Mit 5.000 Euro unterstützt er die Arbeit des Chors. „Ich bin mit Stefan Gwildis befreundet, er hat mir von dem Chor berichtet. Ich war sofort total begeistert. Das ist pure Lebensfreude!“, erläutert er. Horst Schroth ist ein Urgestein der Comedy-Szene. Seit 40 Jahren tritt der Wahl-Hamburger auf Bühnen in ganz Deutschland auf. „In meinen vielen Bühnenjahren habe ich vieles gesehen – aber die Gebärdenpoesie von HandsUp ist einmalig. Ich hoffe, dass meine Spende dabei hilft, die Arbeit des Chors weiter auszubauen“, so Horst Schroth.

 

Und es gibt schon ganz konkrete Pläne, wie die Spende eingesetzt werden soll: Sobald die Pandemie es zulässt, wird mit einem neuen Programm durchgestartet, erste Vorbereitungen laufen schon jetzt dafür. Für die geplanten Songs sollen dann Gebärdenpoesie-Videos mit neuen Outfits gedreht werden: Chorleiterin Ines Helke plant Auftritte mit weißen T-Shirts und bunten Handschuhen. „Die Spende ermöglicht uns die neuen Outfits und die professionelle Videoaufnahmen. Damit werden wir noch besser bunte Inklusion leben und vermitteln können“, bedankt sich die Chorleiterin bei dem bekannten Kabarettisten.

 

Text: Melanie Nähring

Foto: Babette Brandenburg

10.3.2021

Qualitätsbefragung nach NUEVA-Modell per Videokonferenz

Bei alsterdorf assistenz west geht die Evaluation der Dienstleistungen kontinuierlich weiter, denn auch in der Pandemie sollen Klientinnen und Klienten mit ihren Wünschen und Bedürfnissen gesehen werden. Regelmäßige Rückmeldungen der Nutzer*innen zu unseren Dienstleistungen einzuholen, ist für uns ein wichtiges Anliegen und ebenso gesetzlich vorgeschrieben.

 

Das Besondere bei den Erhebungen durch die Firma gut gefragt ist, dass diese nach dem sogenannten „Peer-Prinzip“ erfolgen – auf Augenhöhe. Der Name des Konzeptes „NUEVA“ steht für „Nutzerinnen und Nutzer evaluieren“, und das ist das Besondere: Menschen die Erfahrungen als Assistenznehmer mitbringen, führen die Befragungen durch. Bei gut gefragt haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, sich als sogenannte „Evaluatoren“ ausbilden zu lassen, um später Befragungen nach dem Nueva-Konzept durchführen zu können.

 

Üblicherweise wurden die Befragungen bisher vor Ort in den Wohn- oder Arbeitsangeboten durchgeführt – bis Corona sich einmischte, und die Befragungen ins Stocken gerieten. Aber hier konnte jetzt aus dieser Not eine Tugend gemacht werden. Am Standort Bernadottestraße der alsterdorf assistenz west wurde als Pilotprojekt nun eine Befragung per Videokonferenz durchgeführt. Das Ergebnis: Es hat insgesamt gut funktioniert, nur anfangs gab es hier und da kurze technische Probleme.

 

„Die Klient*innen sehen, dass sie und ihre Belange nicht untergehen und ihre Selbstwirksamkeit erhalten bleibt.“ so Michaela Post, Fachbereichsmitarbeiterin im Qualitätsmanagement, „Und es ist großartig, durch die digitalen Möglichkeiten ein Gegengewicht zum pandemiebedingten Rückzug zu setzen. Das Beispiel zeigt, wie Technik zur Förderung der Kommunikation beitragen kann.“

 

Die Teilnehmenden dieser ersten Befragung per Video sind sich allerdings einig, dass es mehr Spaß macht, wenn alle zusammen in einem Raum sein können. Die Geselligkeit und die Möglichkeit, sich direkt in die Augen zu schauen, hat den meisten doch gefehlt. Sie sind sich einig: „Das Beste an der Befragung war das Ergebnis – nämlich dass wir jetzt eine neue Gruppe, die „Corona-Helden“ haben. Wir wollen uns jede Woche mit Sabine Nissen treffen und Corona-Themen besprechen. Dann können wir neue Regeln besser verstehen und die Fragen unserer Nachbarn im Haus beantworten.“

 

alsterdorf assistenz west hat mittlerweile alle gesetzlich vorgegebenen Standorte im Bereich Wohnen nach der NUEVA-Methode prüfen lassen, und bis zum Ende des Jahres 2021 werden die Standorte von alsterdorf assistenz west mit den Tagewerken komplett abgeschlossen sein.

 

Man macht eine Qualitätsbefragung natürlich gern, um festzustellen, dass alles rundherum gut läuft. Aber was, wenn sich doch Änderungswünsche ergeben? Im Anschluss an die Befragungen findet jeweils ein Workshop zur Aufarbeitung der Erhebung statt. Eine Gruppe von Klientinnen und Klienten des jeweiligen Standortes diskutiert gemeinsam mit der Assistenzteamleitung über die eingebrachten Anregungen und erstellt eine Prioritätenliste. Aus dieser werden konkrete Maßnahmen entwickelt und deren Umsetzung nachverfolgt.

 

Und das ist gut so, denn die nächste Qualitätsbefragung kommt ganz sicher. Entweder wieder wie gewohnt in einem persönlichen Treffen oder als Videokonferenz – denn jetzt ist klar: Wir können auch Technik!

 

Text und Foto: Michaela Post

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