Künstliche Intelligenz in der Eingliederungshilfe – Potenziale und Herausforderungen

14.12.2024 | Neuigkeit

Künstliche Intelligenz in der Eingliederungshilfe

Unter dem Titel „Den digitalen Wandel im Gesundheits- und Sozialwesen in die Praxis bringen“ fand Anfang November der zweite Alsterdorfer Fachschultag statt. Rund 100 Teilnehmende diskutierten in Fachvorträgen und Workshops über den Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen und über Anwendungen in der Praxis.

Wo hier die Chancen, aber auch Hürden liegen, hat er zusammen mit Dr. Prof. Marco Waage, Studienleiter des Fachbereichs Wirtschaftsinformatik an der HFH, im Workshop „Künstliche Intelligenz in der Eingliederungshilfe – Potenziale und Herausforderungen“ beleuchtet. Die Teilnehmenden bekamen am Beispiel von ChatGPT einen Einblick, wie Künstliche Intelligenz in den Bereichen Dokumentation (Verlaufsbericht), Beratung und Sprachübersetzung funktionieren und in der Zukunft eingesetzt werden könnte.

KI bietet viele Chancen – aber auch zahlreiche Herausforderungen

In der Eingliederungshilfe könnten textbasierte Dialogsysteme wie ChatGPT zum Beispiel administrative Aufgaben und Kommunikations- und Beratungsprozesse vereinfachen und beschleunigen. Darüber hinaus könnte KI den Informationsaustausch zwischen Fachkräften und Klient*innen verbessern und dabei helfen, eine barrierefreie Kommunikation, beispielsweise durch die Übersetzungen in Leichte Sprache, zu fördern und die Anpassung von Texten an individuelle Bedürfnisse zu ermöglichen.

Kurzgefasst, birgt KI viele Möglichkeiten, die Eingliederungshilfe zu bereichern, inklusiver zu gestalten und Arbeitsprozesse zu optimieren. Zusätzlich könnte der Zugang zu Informationen sowie die Teilhabe verbessert und die Unterstützung für Klient*innen erheblich gestärkt werden.

Viele Vorteile wurden im Workshop deutlich, wo bereits in kurzer Zeit erste positive Ergebnisse mit ChatGPT erzielt werden konnten. Dennoch wurden auch schnell die Herausforderungen und Grenzen ersichtlich: Ein zentrales Thema bleibt die Frage nach dem Datenschutz. Insbesondere bei frei zugänglichen kommerziellen Lösungen, wie den gängigen Modellen ChatGPT, Gemini usw. ist weiterhin unklar, auf welche Daten und Quellen sich die KI stützt und wohin die eingegebenen Daten weitergeleitet werden.

Ein weiteres Problem bei den aktuell zugänglichen Künstlichen Intelligenzen liegt in ihrer grundlegenden Natur: KI basiert auf Algorithmen, die Daten nutzen und Regeln anwenden, um Probleme zu lösen. Fehlen qualitativ hochwertige und entsprechend aufbereitete Daten oder sind die Regeln und Fragestellungen zu unscharf formuliert, können schnell unbrauchbare Ergebnisse entstehen. Ein Beispiel dafür sind sogenannte „Halluzinationen“, bei denen die KI falsche oder erfundene Informationen generiert.

Und letztendlich stellt sich bei den Ergebnissen auch immer die Frage nach dem Urheberrecht sowie der inhaltlichen Verantwortung.

Die Voraussetzungen und der Nutzen müssen im Blick behalten werden.

Text: Sandra György