Workshops zum Thema Zivilcourage

26.01.2026 | Neuigkeit

Workshops zum Thema Zivilcourage: Haltung zeigen und handlungsfähig bleiben

Wie reagiere ich, wenn mir Hass, Diskriminierung oder ausgrenzendes Verhalten begegnen? Und wie kann ich in solchen Situationen Haltung zeigen? Mit diesen Fragen setzten sich insgesamt 38 Kolleg*innen der alsterdorf assistenz west im Dezember und Januar auseinander. In zwei Workshopangeboten mit dem Titel „Gegen Hass – Populismus & Diskriminierung stoppen“ stand die Stärkung von Zivilcourage im Mittelpunkt. Geleitet wurden die Workshops von Martin Vödisch, der seit vielen Jahren als Ausbilder im Bereich Gewaltkompetenz tätig ist. Initiiert wurden die Veranstaltungen im Rahmen des Tages gegen Rassismus im vergangenen Jahr. „Die alsterdorf assistenz west positioniert sich ganz klar für Vielfalt und Inklusion – mit diesen Workshops wollen wir uns stärken, diese Werte im Alltag auch in schwierigen Situationen zu vertreten“, so Geschäftsführerin Andrea Stonis.

„Alle Menschen haben das Recht auf Schutz vor Gewalt. Wir haben den Mut, Sorgen und Probleme anzusprechen. Wir achten aufeinander.“

Ziel der Workshops war es, die Teilnehmenden in ihrer täglichen Arbeit zu stärken und ihnen Sicherheit im Umgang mit schwierigen, konflikthaften und diskriminierenden Situationen zu geben. Damit knüpften die Workshops an die gemeinsame Selbstverpflichtung der alsterdorf assistenz west und an die Werte an, die wir innerhalb der Evangelischen Stiftung Alsterdorf vertreten.

Lernen durch Erleben

Die Workshops waren bewusst praxisnah gestaltet. Neben theoretischen Impulsen lag ein besonderer Fokus auf Rollenspielen. Diese ermöglichten es, Konfliktsituationen zu erleben und eigene Reaktionen zu reflektieren. Dabei wurde bewusst auch Konfrontation zugelassen. Nicht alles fühlte sich angenehm an, doch genau diese emotionale Herausforderung eröffnete neue Perspektiven. Konkrete Methoden halfen dabei, einen guten Umgang mit belastenden Situationen zu finden und das eigene Handeln zu reflektieren.

Werkzeuge für den Umgang mit Konflikten

Ein zentraler Bestandteil war die Frage, wie in unterschiedlichen Konfliktsituationen deeskalierend gehandelt werden kann. Vermittelt wurden vier mögliche Herangehensweisen: Empathie und Gegenrede als Formen von Fürsorge sowie Abbruch und klare Grenzsetzung zum Eigenschutz.

Dabei wurde betont, dass es keine pauschalen Lösungen gibt. Jede Situation erfordert eine individuelle Einschätzung der Umgebung, Ressourcen, der beteiligten Personen und der jeweiligen Situation. Die vermittelten Ansätze verstehen sich somit nicht als feste Regeln, sondern dienen als Handwerkszeuge, die Orientierung geben, das eigene Handeln stärken und mehr Sicherheit geben sollen.

Positive Rückmeldungen

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen insgesamt positiv aus. Einzelne wünschten sich, angesichts des vielschichtigen Themas, mehr Zeit und mehr Raum für arbeitsbezogene Beispiele. Auch waren die Rollenspiele für einige Teilnehmende eher ungewohnt. Dennoch wurde, trotz der hohen Informationsdichte und dem Verlassen der Komfortzone, der inhaltliche Mehrwert deutlich wahrgenommen.

Ein Impuls für den (Arbeits-)alltag

Zivilcourage ist oft herausfordernd. Viele Situationen machen sprachlos oder hilflos. Umso wichtiger ist es, sich gemeinsam mit dem Thema auseinanderzusetzen, Haltung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Die Workshops haben dafür einen wichtigen Impuls gesetzt. Warum, das brachte Martin Vödisch mit einem Satz auf den Punkt: „Wir müssen uns gegenseitig stärker machen, denn das macht uns sicherer!